"Frisch entdeckt"
Auf jeden Fall beginnt mit den Worten des Doktors "Sie sind ja zuckerkrank!" oder "Sie haben Diabetes!" etwas Neues für Sie, und vielleicht haben Sie im ersten Moment das Gefühl, dass sich alles ändert, dass nichts so bleiben wird wie es bisher war.
"Zuckerkrank?! - Kenn ich! Das hat XY auch!"
Sehr wahrscheinlich haben Sie bis jetzt nicht viel über die Zuckerkrankheit, den Diabetes mellitus, gehört. Sind in Ihrem Beruf aktiv, haben vielleicht Familie, Freunde, viele Verpflichtungen und hatten bis jetzt keinerlei Grund, sich mit so etwas wie Diabetes auseinander zu setzen.
Oder es gibt in Ihrer Familie schon Diabetiker, dann haben Sie schon ein bisschen miterlebt, was es heißen kann, mit Diabetes zu leben. Hier gleich eine Bitte: versuchen Sie, "Ihrem" Diabetes so offen wie möglich gegenüberzutreten, es kann gut sein, das Ihre eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung und der Behandlung ganz anders aussehen werden als das was Sie möglicherweise im Familienkreis erleben oder früher erlebt haben. Wie Tante Mitzi oder Onkel Peter mit ihrem Diabetes umgehen, was sie essen, welche Medikamente sie nehmen - das hat alles nichts mit Ihnen, mit Ihrem Diabetes zu tun! Es gibt keine zwei ganz vergleichbaren Menschen und man kann nur dringend davor warnen, Verhaltensweisen oder Medikamente, die anderen gut getan haben, einfach ohne ärztlichen Rat bei sich selbst anzuwenden - das kann Ihnen mehr schaden als nützen!
Aber zögern Sie auch nicht, solche Empfehlungen und Erfahrungen mit Ihrem Arzt zu besprechen um zu erfahren, ob das ev. auch für Sie etwas Gutes wäre oder warum es eher nicht geeignet ist. Auch der Verlauf des Diabetes ist ganz unterschiedlich, wenn Sie Leute kennen, die bereits unter Spätschäden leiden, sind Sie vielleicht jetzt sehr erschreckt. Aber auch wenn jemand in Ihrer Nähe Probleme mit seiner Zuckerkrankheit hat, heißt das noch lange nicht, dass es bei Ihnen auch so sein wird.
In der Behandlung des Diabetes hat sich enorm viel enorm schnell verändert in den letzten
Jahrzehnten: durch die kleinen Messgeräte für den Hausgebrauch und die
modernen Injektionshilfen, durch besseres Wissen über die Stoffwechselvorgänge
im Körper, durch Essensempfehlungen, die sich in den letzten Jahren aufgrund
neuer Erkenntnisse grundlegend gewandelt haben. Es kann gut sein, dass jemand in
Ihrer Umgebung, der vielleicht schon viele Jahre lang Diabetiker ist, noch nach
Vorschriften lebt - oder diese eben nicht einhalten kann - die heute gar
nicht mehr aktuell sind; dass jemand Probleme mit der Diabetes-Behandlung hat,
die Sie aufgrund heutiger Schulung und Behandlung nie erleben werden!
Leider ist es so, dass nur ein kleiner Teil der Typ2-Diabetiker gut genug informiert ist, um selbstständig mit dieser Erkrankung umgehen zu können. Viele haben vor Jahren einmal irgendwas über ihre Behandlung und Diät gehört und nie wieder an einer Schulung teilgenommen und so auch die vielen neuen Entwicklungen der letzten Zeit verpasst. Das ist traurig, aber eine Tatsache.
