Der Weg...
01. Erstgespräch
01. Erstgespräch
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Bei Ihnen ist ein erhöhter
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Wenn bei Ihnen ein Diabetes mellitus Typ 1 vermutet wird, wird Sie Ihr Arzt ins Spital einweisen: zur Blutzucker-Korrektur und Erst- Einstellung.
| Viel häufiger ist aber der Diabetes mellitus Typ 2. Meist brauchen Sie wegen dieser Krankheit nicht ins Spital zu gehen, aber Sie sollten in der nächsten Zeit einiges über diese Krankheit lernen - was man kennt, damit kann man auch gut umgehen.
Dabei brauchen Sie Begleitung: ich biete in meiner Ordination Diabetes-Therapie, Schulung und Information an. Ich möchte Ihnen auf diesen Seiten zeigen, was Sie auf diesem Weg erwartet. Eine andere Möglichkeit wäre, sich an eine der Wiener Diabetes-Ambulanzen zu wenden. |
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Eins gleich zu Beginn: Diabetes mellitus geht nicht mehr weg - die Diagnose wird Sie Ihr Leben lang begleiten. Aber Sie können damit genau so lange leben wie jemand ohne Diabetes, können mit ganz wenigen Ausnahmen jeden Beruf haben, viel Bewegung, jeden Sport, jede Reise machen! In Einzelfällen ist es sogar möglich, durch Wissen, Gewichtsabnahme und Bewegung Blutzucker-Werte wie bei einem Stoffwechsel-Gesunden durch viele Jahre auch ohne Medikamente zu erreichen. |
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Nun haben Sie schon viele neue Wörter gehört, ich werde Ihnen hier ganz kurz und ganz einfach erklären, wieso die Sache mit dem Zucker so wichtig ist, wie das im Körper funktionieren sollte und wie es überhaupt dazu kommt, dass der Blutzucker ansteigt. |
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| Diese erster Schritt unseres Weges ist der längste geworden - es braucht schon einige Zeit, das Wesen dieser Krankheit kurz zu erklären! | |
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Deshalb gibt's hier die Möglichkeit, gleich bei Schritt 2 weiterzulesen - wenn Sie anklicken, überspringen Sie die folgende "Zucker-Geschichte", in der ich versuche, Ihnen anhand von ein paar einfachen Zeichnungen die Grund-Prinzipien des Zuckerhaushaltes zu erklären. Also... klicken oder weiterlesen? |
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| Oh da sind Sie ja...
Neugierig auf meine Zeichnungen ? .....also los: |
Der "Zucker im Blut" heißt auf den Labor-Befunden meist Blut-Glukose. Dieser Blutzucker ist gar nichts Schlimmes: jeder Mensch hat immer Zucker im Blut. Das Gehirn vor allem, aber auch Muskel- und Fettgewebe, Leber und Niere, brauchen Zucker als Energie-Lieferanten. Zucker ist für unseren Körper fast dasselbe wie Benzin fürs Auto! Nur zuviel davon sollte nicht im Blut herumschwimmen... ...das tut's bei Ihnen aber! Damit Sie verstehen, was da in Ihrem Körper passiert, erzähle ich Ihnen hier zuerst, wie der Zucker-Haushalt beim Gesunden funktioniert: |
| Bitte stellen Sie sich eine Muskelzelle vor: | ![]() |
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Die hat Zucker-Vorräte eingelagert, von mir als kleine Zucker-Stückchen in der Zelle drin gezeichnet. Klar ist das ganz stark vereinfacht, aber schauen wir es uns erst mal so miteinander an: |
| Aus den Zucker-Lagern holt sich die Zelle ihre Energie: zum Leben, für Arbeit, Bewegung, Sport...
Die Zucker-Vorräte werden also immer weniger, Nachschub muss her! |
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Die Zelle braucht Zucker! Woher?
Der Zucker kommt mit dem Blut zu den Zellen. Manche Zellen, wie die im Gehirn, brauchen sogar dauernd ein wenig Zucker-Nachschub, deshalb hat jeder Mensch immer Zucker im Blut, das ist gut und richtig so! |
| Wo kommt der Blutzucker denn her? Na ganz einfach:
Der kommt aus dem Essen. Sie spüren ja, wie Sie hungrig werden, wie Ihr Körper neue Energie braucht. Wenn Sie nun etwas essen, wo Zucker drin ist, ist es logisch, dass der Zucker im Darm in den Körper aufgenommen wird und bald als Blutzucker rumschwimmt, aus dem unsere Muskelzelle ihre Vorräte auffüllen sollte. |
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| Es gibt auch viele Lebensmittel, die "Kohlenhydrate" (vor allem: Stärke) enthalten, wie Brot, Nudeln, Reis, Erdäpfel, Knödel, Nockerln...
Stärke ist nichts anderes als ein lange Kette von vielen Zucker-Molekülen; die sind aneinander gehängt und das schmeckt dann nicht mehr süß. Schon im Mund beginnt der Speichel, die Stärke-Moleküle abzubauen, zu kürzeren Ketten zuerst, dann zu den einzelnen Zucker-Molekülen. Das können Sie selbst bemerken: wenn Sie zum Beispiel eine Semmel essen und sie lange kauen, schmeckts plötzlich süß, obwohl in der Semmel ja nur Mehl drin ist! Da haben Sie den Beweis, dass die Stärke im Mehl zu Zucker abgebaut wird. |
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| Das Zerlegen der Kohlenhydrate geht im Magen und Darm weiter, bis zuletzt die einzelnen kleine Zucker-Moleküle durch die Darmwand schlüpfen und nun auch im Blut als Blutzuckerangekommen sind.
Die Stärke in Brot und Beilagen wird also auch zu Zucker abgebaut, nur dauert das und so kommt der Zucker viel langsamer ins Blut als wenn Sie Süßigkeiten essen oder Cola trinken. So, zurück zu unserer hungrigen Muskel-Zelle: Nun sollte man meinen: "Passt! Die Zelle hat Hunger, da schwimmt mit dem Blut leckerer Zucker an ihr vorbei, den braucht sie sich nur holen!!" |
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Das geht nicht so einfach.
Jede Zelle hat um sich herum die Zellwand, und da kann der Zucker alleine nicht durch! |
| Es gibt zwar Kanäle durch die Zellwand, durch die der Zucker da hineinschlüpfen könnte, aber die sind normalerweise verschlossen...
Und so muss die hungrige Zelle zusehen, wie der Blutzucker an ihr vorüber schwimmt, den sie so gerne in sich drin hätte, um wieder Energie zu bekommen... Zum Glück gibt's da jemanden, der die Zucker-Kanäle in der Zellwand "aufsperren" kann: Das Insulin, das "Zuckerhormon", von dem Sie vielleicht schon gehört haben. |
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| Hinten im Bauch liegt die Bauchspeicheldrüse (das "Pankreas").. Sie macht Verdauungssäfte und hier wird auch dieses wichtige Hormon, das Insulin hergestellt: den ganzen Tag über macht die Drüse ein bisschen Insulin, und wenn Sie etwas essen, sogar schon, wenn Sie etwas Gutes erst im Mund haben, beginnt sie ganz stark zu arbeiten und erzeugt innerhalb einiger Minuten viel mehr Insulin, bis zum Achtfachen vom "Ruhebetrieb"! | |
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Das Insulin ist ein Hormon, und wird wie jedes Hormon ins Blut abgegeben. |
| So, nun zeichnen wir es dazu: im Blut schwimmt jetzt also der Blutzucker herum, und auch das Insulin (und viele viele andere Stoffe, die uns jetzt gar nicht interessieren). | ![]() |
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Das Insulin sucht sich "Andock-Stellen" auf der Zellwand "Rezeptoren"), setzt sich dort drauf und - "macht ein Türchen auf, damit der Zucker in die Zelle kann"! |
| So sollte das sein - nun ist wieder alles in Ordnung:
Die Zelle bekommt ihren Zucker-Nachschub und ist zufrieden. Im Blut gab's nach dem Essen kurz mehr Zucker, nun sinkt der Zucker-Spiegel wieder auf die Menge, die der Körper immer braucht - alles bestens! Wieder hat der Körper genug Energie-Reserven in den Zellen, Ihnen geht's gut, Sie können sich bewegen und gut arbeiten, bis die Zucker-Vorräte in den Zellen wieder weniger werden, Sie wieder etwas essen, Insulin vermehrt produziert wird, der Zucker ins Blut kommt, mithilfe des Insulins in die Zellen kann usw. usw.... |
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| So sollte das sein.....
Sie denken sich bestimmt schon "aber bei mir muss damit irgendwas nicht in Ordnung sein, wenn mein Blutzucker zu hoch angestiegen ist!" |
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| So ist es - wenn Ihr Zuckerspiegel im Blut zu hoch ist, dann heisst das, dass da ein Ungleichgewicht ist: Ihr Körper kann jetzt nicht soviel Insulin produzieren, wie Sie brauchen würden. | |
| Zu wenig Insulin - zu wenig Türchen gehen auf - zu wenig Zucker kann in die Zellen rein - der Zucker bleibt im Blut und wenn wir den Zuckerspiegel messen, dann ist der zu hoch - und obwohl so viel Zucker im Blut ist, haben die Zellen Hunger und bekommen nicht genug Nachschub - weil eben zu wenig Insulin da ist... | |
| Und wenn man sich das genau überlegt, kann man schon verstehen, woher die Beschwerden kommen, die man spürt, wenn der Zucker sehr hoch ist. Manches davon haben Sie vielleicht auch schon bemerkt, aber wenn Ihr Blutzucker nur ein wenig erhöht ist, kann es auch sein, dass Sie sich eigentlich noch ganz gesund fühlen. Lesen Sie bitte trotzdem weiter, vielleicht kommt Ihnen doch einiges bekannt vor... | |
| Die Muskel-Zellen bekommen nicht genug Energie-Nachschub:
Das erklärt uns diese eigenartige "körperliche Müdigkeit", die viele Patienten spüren, bevor der Diabetes entdeckt wird: wenn man noch vor einigen Monaten 3 Stockwerke hochlaufen konnte mit nur wenig Schnaufen, dann ist man jetzt schon nach dem 1. erschöpft.... und wird immer müder und müder und lustloser und lustloser.... |
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| Der Körper muss in den Abbau-Status gehen, um noch genug Energie aus eigenen Reserven holen zu können:
Das erklärt, warum Patienten mit hohem Blutzucker rapide Gewicht verlieren |
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| Der Körper will den vielen Zucker aus dem Blut loswerden - und beginnt, möglichst viel Zucker mit dem Harn auszuscheiden. Der Harn kann aber nicht unbegrenzt viel Zucker transportieren, also versucht der Körper immer mehr Harn zu produzieren und greift dafür auf Wasser zurück, das im Körper eingelagert ist und da auch bleiben sollte.
Das erklärt, warum man durstig wird, viel Harn hat, nachts oft auf die Toilette muss. Und es erklärt, warum der Mund so trocken wird: die Schleimhäute trocknen aus, weil ihnen Wasser entzogen wird. |
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| Trockene Schleimhäute kann man sehr unangenehm spüren: nicht nur der Mund wird trocken, die Augen brennen, in der Scheide oder an der Eichel kratzt's, Potenzprobleme können auftreten, trockene Nase, Stuhlverstopfung,.... Auch die Haut kann trockener werden und sogar zu jucken anfangen.
Das alles führt zu einer übergroßen Müdigkeit. Die wird oft auf das Alter geschoben, und erst wenn der Blutzucker wieder fast normal ist, bemerken Sie, um wie viel mehr Energie Sie nun haben! |
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Zurück zu den Abläufen im Körper: Wir hatten festgestellt: |
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| IMMER, wenn der Blutzucker zu hoch ist, gibt es im Körper zu wenig Insulin. | |
| (Das kann ganz verschiedene Ursachen haben, und das heißt überhaupt NICHT, dass jeder Typ 2-Diabetiker gleich Insulin spritzen muss!!) | |
| Was könnte denn passieren, wenn der Blutzucker nun nicht behandelt wird, oder nicht ausreichend gesenkt wird, und lange Zeit zu hoch ist? | |
| Wenn zu lange zu viel Zucker im Blut ist, dann lagert sich der Zucker an Eiweiß-Stoffe an: die werden steifer, brüchiger...
Eiweiß-Stoffe gibt's überall, in den Wänden der Blutgefäße und in allen Organen. Naja, und wenn die Wände der Blutgefäße steifer werden, sich dort auch noch vermehrt Fett und Cholesterin und Kalk anlagert... Sie sehen schon - das gibt eine Entwicklung in Richtung Herzinfarkt, Schlaganfall... |
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| Und besonders schlimm können die Schäden in den ganz kleinen, zarten Blutgefäßen ausfallen, wie wir sie in der Niere und in der Netzhaut im Auge haben: Da können Zucker-Ablagerungen dazu führen, dass die kleinen Blutgefäße ganz verkleben, und das kann mit der Zeit zu schweren Schäden an der Niere führen; es kann sogar sein, dass dann Nieren-Ersatz-Therapie, wie eine regelmäßige Blutwäsche (Dialyse), nötig wird. Und wenn die kleinen Blutgefäße im Auge betroffen sind, kann es zu Blutungen und schweren Schäden in der Netzhaut kommen, bis zur Blindheit. Genauso tragen Schäden an den kleinen Blutgefäßen im Fuß dazu bei, dass Diabetiker so oft Probleme haben mit schlecht heilenden Wunden an den Füßen, und dass im schlimmsten Fall die Durchblutung so stark gestört wird, dass das Bein abgenommen (amputiert) werden muss... | |
Ich wollte Ihnen hier nicht unnötig Angst machen, aber eins ist Ihnen sicher klar geworden:
es ist ganz ganz wichtig,
dass der erhöhte Blutzucker wieder auf fast normale Werte sinkt!
Also schaun wir weiter...










