Der Weg...
13. Anwendung
13. Anwendung
Nun, nach mehr als einem halben Jahr nach der Diagnose
des Diabetes mellitus, sind Sie schon fast ein "Profi"
Diabetes gehört zu Ihrem Alltag einfach dazu, Ihrer Familie ist es vertraut, keiner denkt mehr dauernd daran und die Verantwortung für Essen, Messen, Therapie liegt ganz bei Ihnen. - Ich hoffe und ich wünsche Ihnen, dass es so ist.
Denn es ist ja auch für Familie und Partner nicht leicht, plötzlich zu erfahren, das Sie Diabetiker sind. Besonders wenn nicht Sie es sind, der oder die kocht liegt es nahe, die Verantwortung fürs "Diabetiker-Essen" an den "Koch des Hauses" zu delegieren. Es stimmt schon, dass jedes Familien-Mitglied über den Diabetes in Grundzügen bescheid wissen soll - deshalb laden wir immer Angehörige zu den Schulungen und besonders zur Diätberatung ein. Aber die Verantwortung für was und wie viel Sie wann essen, wie oft Sie Ihren Blutzucker messen, wie genau Sie ihn dokumentieren, wie regelmäßig Sie Ihre Tabletten nehmen oder Insulin spritzen - das alles ist Ihre Verantwortung alleine!
Aber bitte verstehen Sie auch, dass sich Ihr Partner, Ihre Partnerin Sorgen macht. Partner brauchen auch Information, um sich sicher zufühlen, z.B. über das aktuelle HBA1c. So lange da alles bestens ist, ist das ja auch meist kein Problem. Aber wenn die Einstellung einmal nicht so gut ist oder ein wenig "aus dem Ruder gelaufen", dann wird's schwierig... Es ist für Partner sehr schwer, dem anderen zuzusehen, wie der "Fehler" macht und nichts dazu zu sagen, weil Diabetes ja nun mal Sache des Diabetikers ist, es ist aber auch für den Diabetiker extrem nervend, wenn der Partner dauernd erinnert, mahnt, reinredet, schulmeistert...
Lassen Sie solche Probleme nie zu groß werden!
Auch darüber sollen und können Sie mit mir reden, oder vielleicht möchten Sie beide einmal zu einem geplanten Paar-Gespräch in die Ordination kommen.